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Einführung
Gab es in Osnabrück 1648 ein Steckenpferdreiten?
Geschichtlicher Kern 
Beginn in Nürnberg 1650 
Die Steckenreiterklippe von 1650
Weitere Recherchen 

"Nürnberger Handschriften" von 1650

Literarische Belege von 1650
"Nürnberger Münz-Belustigungen" im Jahre 1764
Kein Brauchtum in Nürnberg
Die "wahre Erzählung" von Emmy von Dincklage
"Die Steckenreiterklippe" - Urtext von 1875
Die Wandersage in der Region Osnabrück
Das erste Osnabrücker Steckenpferdreiten 1948
Steckenreiterfeste ab 1953
Zusammenfassung
Nachbereitung
Quellen
 

Recherchen in der Staatsbibliothek zu Berlin

Geboren am 13.3.1825 auf Gut Campe bei Steinfeld/Ems, gestorben am 28.06.1891 in Berlin; Schriftstellerin, Stiftsdame im adligen Damenstift Börstel bei Osnabrück; Zu ihrem Lebenswerk zählen mehr als 85 Gedichte, über 50 veröffentlichte Erzählungen, Novellen, kleinere Theaterstücke und Reisebriefe. Sie gehörte - weit über die Region des Emslandes hinaus - zu den vielgelesenen und beliebten Schriftstellerinnen ihrer Zeit. Auch ihre Schwester Clara trat als Schriftstellerin hervor. Zeugnisse ihrer Arbeit sind jedoch weniger in Erscheinung getreten.

Existiert noch ein Exemplar vom „Geschichtenbuch für die Jugend“ als Original? Entsprechende Internetrecherchen führten mit Hilfe des Nds. Staatsarchivs Osnabrück schließlich zu folgendem Ergebnis:

Das einzig öffentlich zugängliche Bezugswerk befindet sich in der Jugendbuchabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz. Die Einsichtnahme vor Ort erfolgte im September 2004. Das 12 x 16 cm große Buch mit der Signatur B VIII 23866 verfügt anstatt des Originaleinbandes über einen bräunlich-marmorierten Ersatzdeckel. Das Vorblatt zeigt den handgeschriebenen Besitzeintrag „Bernhard Freuler 1881“ und ein im folgenden Scanbild dargestelltes Monogramm (CvD ?), das als Widmung oder Eigentumsbeleg gelten könnte (?). Der Buchtitel weist folgende Eintragungen auf:

„Geschichtenbuch für die Jugend. Wahre Erzählungen von E. und C. v. Dincklage. Mit 4 Farbendruckbildern und 6 Holzschnitten. Stuttgart. Kunstverlag (H. Müller). 1875.“ Emmy und Clara von Dincklage treten beide als Herausgeber auf. Eine Zuweisung einzelner Stücke an Emmy oder Clara scheint ohne weitere Erkenntnisse nicht angebracht.

Auf den Seiten 133 bis 135 zeigt sich endlich unter der Nr. 28 unsere Wandersage „Die Steckenpferd-Reiter.“. Die emsländischen Erzählerinnen verlegten in ihrer Erzählung den Ort der Handlung kurzerhand von Nürnberg nach Osnabrück. War es nun dichterische Freiheit oder historischer Fehlschluss? Emmy und Clara von Dincklage ließen nicht nur den Ort des Geschehens wechseln. Sie übertrugen das für die Zeit nach dem Abschluss des Friedens-Exekutions-Hauptrezesses (26.6.1650) verbürgte ‚Reiten‘ auf den Tag der Verkündung des Westfälischen Friedens in Osnabrück vom 25.10. 1648. Für eine Sage durchaus nicht überraschend, wanderte das außergewöhnliche Ereignis an einen neuen Ort - ohne seine Faszination einzubüßen. So brachte eine Wandersage das Steckenpferdreiten nach Osnabrück.

Hätten die Erzählerinnen aus dem Emsland das vielleicht schönste Randereignis am Ende des Dreißigjährigen Krieges nicht auch der Friedensstadt Münster zuschreiben können? Emmy und Clara von Dincklage entschieden sich für Osnabrück. Glückliches Osnabrück!

"Die Steckenreiterklippe" - Urtext von 1875

Emmy und Clara von Dincklage veröffentlichen 1875 ihre „wahre Erzählung“ von den Osnabrücker Steckenpferdreitern.

13.1 Textscan vom Original

 

 
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