» Sonderausstellung zur Geschichte des Osnabrücker Steckenpferdreitens
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Einführung
Gab es in Osnabrück 1648 ein Steckenpferdreiten?
Geschichtlicher Kern 
Beginn in Nürnberg 1650 
Die Steckenreiterklippe von 1650
Weitere Recherchen 

"Nürnberger Handschriften" von 1650

Literarische Belege von 1650
"Nürnberger Münz-Belustigungen" im Jahre 1764
Kein Brauchtum in Nürnberg
Die "wahre Erzählung" von Emmy von Dincklage
"Die Steckenreiterklippe" - Urtext von 1875
Die Wandersage in der Region Osnabrück
Das erste Osnabrücker Steckenpferdreiten 1948
Steckenreiterfeste ab 1953
Zusammenfassung
Nachbereitung
Quellen
 

Die Wandersage in der Region Osnabrück

Gut 30 Jahre nach der Veröffentlichung der Sage erschien 1909 eine Nacherzählung dazu in „Niedersachsens Sagenborn“ mit einem Hinweis auf die beiden Schriftstellerinnen, und Ludwig Schirmeyer nahm „Die Steckenpferdreiter“ 1920 in sein „Osnabrücker Sagenbuch“ auf.

Den Menschen des Osnabrücker Landes wird der Stoff zur Sage ihrer Heimat. Der Brauch sei „ein besonderes Vorrecht der Osnabrücker Jungen“, heißt es nun in der „Heimatkunde für die Schulen der Stadt Osnabrück und des Osnabrücker Landes“ (1956). Und da verwundert es nicht, wenn die Umschrift des Steckenreiterpfennigs mit dem Hinweis auf das Nürnberger Friedensgedächtnis von 1650 wohl als irritierend erlebt wurde und unerwähnt blieb.Nichts deutete mehr auf den historischen Kern der Sage hin.

Das erste Osnabrücker Steckenpferdreiten fand 1948 statt

Zeitzeugen bestätigen Termin und Durchführung. Wolfgang Hettlich, Oberamtsrat im Zollamt Osnabrück, und Ulrich Becker, Studiendirektor an der Ursulaschule/Gymnasium des Bistums Osnabrück, besuchten im Herbst 1948 die Klasse 4c der Gemeinschaftsschule I (Gebäude des heutigen Stüvehauses). Als Beteiligte erinnern sich beide noch lebhaft an die schulischen Vorbereitungen und den beeindruckend langen Zug der Osnabrücker Steckenpferdreiter durch die noch weitgehend in Schutt und Asche liegende Altstadt. Nur Jungen „mit besten Noten“ hätten sich beteiligen dürfen. Für die zünftige Ausschmückung der Steckenpferde, der Helme und Halskrausen seien Schuleltern und ganz besonders die Mädchen und Jungen der Mösermittelschule helfend eingesprungen. Als das rechte „Hopsen“ unter Anleitung des Klassenlehrers Tobergte genügend eingeübt war, seien sie ‚losgeritten‘, wie es das Programm zur Friedensgedächtniswoche der Stadt Osnabrück ausweist.

In der Schulchronik der Gemeinschaftsschule I für das Jahr 1948 heißt es:

„Unter Vorantritt der Feuerwehrkapelle und 4 Fahnen zogen 100 Jungen, davon 20 aus der Altstädter Schule, am Freitag, dem 22. Oktober 1948, durch die Rolandsmauer, Dielinger Straße, Lortzingstraße und den Domhof zum Markt, wo eine unübersehbare Menschenmenge den Zug erwartete. Zweimal umrundete die Steckenreiterschar den Marktplatz. Dann gab es Keks für die ‚Reiter‘ und Sänger.“ Der Chronist Rektor Schwerzel wusste aber auch zu berichten, dass ein „gefährliches Gedränge entstand, als 4 Sack Keks auf die anderen Kinder verteilt wurden.“

Die Steckenpferdreiter fuhren noch mit der Straßenbahn zum Heimattiergarten, dort bewirtete man sie mit Kaffee und Kuchen.

 
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