» Sonderausstellung zur Geschichte des Osnabrücker Steckenpferdreitens
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Einführung
Gab es in Osnabrück 1648 ein Steckenpferdreiten?
Geschichtlicher Kern 
Beginn in Nürnberg 1650 
Die Steckenreiterklippe von 1650
Weitere Recherchen 

"Nürnberger Handschriften" von 1650

Literarische Belege von 1650
"Nürnberger Münz-Belustigungen" im Jahre 1764
Kein Brauchtum in Nürnberg
Die "wahre Erzählung" von Emmy von Dincklage
"Die Steckenreiterklippe" - Urtext von 1875
Die Wandersage in der Region Osnabrück
Das erste Osnabrücker Steckenpferdreiten 1948
Steckenreiterfeste ab 1953
Zusammenfassung
Nachbereitung
Quellen
 

Steckenreiterfeste ab 1953

Mit der erweiterten Ausgestaltung des Steckenreiterfestes ab 1953 nahmen fast alle Viertklässler teil, endlich auch Mädchen. Sie trugen Lampions und brachten Licht und noch mehr Farbe in den abendlichen Umzug. Mitte der 70er Jahre wandelte sich das Bild. Immer mehr Mädchen wollten es den Jungen gleichtun und ‚reiten‘.

Und so verloschen die Umzugslaternen? Nicht ganz. Zuweilen sind es willkommene Gästekinder wie Salome und Mirjam aus Berlin, die in Ermangelung geeigneter ‚Pferde‘ Laternen zur Hand nehmen. Zusammen mit den Steckenpferdkindern der Johannisschule überquerten beide Mädchen 1997 die Freitreppe und erhielten, wie über 1500 ‚Steckenpferdreiter‘ auch, süße Brezel aus der Hand des Oberbürgermeisters und seiner Helfer.

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In der Zwischenzeit entwickelte sich aus der einmaligen Begebenheit Brauchtum. Seit gut 50 Jahren reiten sie nun alljährlich im Oktober über die Rathaustreppe. Die Heimatstadt hob sie, die ihre Friedensbotschaft von einer Generation zur anderen tragen möchten, symbolisch auf den Einband des Goldenen Buches.

Schluss

Nach den vorliegenden Darstellungen zur Geschichte des Osnabrücker Steckenpferdreitens dürfen einige Details endlich als belegt, andere als geschichtlich fragwürdig gelten.

Der Klärungsprozess, der grundlegend von der Historikerin Ilsetraut Lindemann mit ihrem Aufsatz im Heimatjahrbuch von 1991 eingeleitet wurde, schadet der Faszination des vielleicht schönsten Randereignisses am Ende des Dreißigjährigen Krieges nicht. Er könnte das Interesse an dem Brauchtum eher noch beleben.

Fazit:

  1. Die Wandersage beruht auf einem historisch wahren Kern: Das erste Steckenpferdreiten fand 1650 in Nürnberg statt.

  2. Erstmals stehen Kinder, die eine geschichtlich belegte Friedensbotschaft in die nächste Generation tragen möchten, im Mittelpunkt des Geschehens.

  3.  Mit Emmy von Dincklages "wahrer Erzählung" von 1875 gilt Osnabrück als legitime Heimat der Steckenpferdreiter.

  4.  Das erste Osnabrücker Steckenpferdreiten fand am 22. Oktober 1948 statt.

 
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