Steckenreiterfeste ab 1953
Mit
der erweiterten Ausgestaltung des Steckenreiterfestes ab 1953
nahmen fast alle Viertklässler teil, endlich auch Mädchen. Sie
trugen Lampions und brachten Licht und noch mehr Farbe in den
abendlichen Umzug. Mitte der 70er Jahre wandelte sich das Bild.
Immer mehr Mädchen wollten es den Jungen gleichtun und ‚reiten‘.
Und so verloschen die Umzugslaternen? Nicht ganz. Zuweilen
sind es willkommene Gästekinder wie Salome und Mirjam aus
Berlin, die in Ermangelung geeigneter ‚Pferde‘ Laternen zur Hand
nehmen. Zusammen mit den Steckenpferdkindern der Johannisschule
überquerten beide Mädchen 1997 die Freitreppe und erhielten, wie
über 1500 ‚Steckenpferdreiter‘ auch, süße Brezel aus der Hand
des Oberbürgermeisters und seiner Helfer.
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In der Zwischenzeit entwickelte sich aus der
einmaligen Begebenheit Brauchtum. Seit gut 50 Jahren reiten sie
nun alljährlich im Oktober über die Rathaustreppe. Die
Heimatstadt hob sie, die ihre Friedensbotschaft von einer
Generation zur anderen tragen möchten, symbolisch auf den
Einband des Goldenen Buches.
Schluss
Nach den vorliegenden Darstellungen zur
Geschichte des Osnabrücker Steckenpferdreitens dürfen einige
Details endlich als belegt, andere als geschichtlich fragwürdig
gelten.
Der Klärungsprozess, der grundlegend von der
Historikerin Ilsetraut Lindemann mit ihrem Aufsatz im
Heimatjahrbuch von 1991 eingeleitet wurde, schadet der
Faszination des vielleicht schönsten Randereignisses am Ende des
Dreißigjährigen Krieges nicht. Er könnte das Interesse an dem
Brauchtum eher noch beleben.
Fazit:
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Die Wandersage beruht auf einem
historisch wahren Kern: Das erste Steckenpferdreiten fand
1650 in Nürnberg statt.
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Erstmals stehen Kinder, die eine
geschichtlich belegte Friedensbotschaft in die nächste
Generation tragen möchten, im Mittelpunkt des Geschehens.
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Mit Emmy von Dincklages
"wahrer Erzählung" von 1875 gilt Osnabrück als legitime
Heimat der Steckenpferdreiter.
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Das erste Osnabrücker
Steckenpferdreiten fand am 22. Oktober 1948 statt.
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