» Sonderausstellung zur Geschichte des Osnabrücker Steckenpferdreitens
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  Osnabrücker Schulmuseum e.V. 
     
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Einführung
Gab es in Osnabrück 1648 ein Steckenpferdreiten?
Geschichtlicher Kern 
Beginn in Nürnberg 1650 
Die Steckenreiterklippe von 1650
Weitere Recherchen 

"Nürnberger Handschriften" von 1650

Literarische Belege von 1650
"Nürnberger Münz-Belustigungen" im Jahre 1764
Kein Brauchtum in Nürnberg
Die "wahre Erzählung" von Emmy von Dincklage
"Die Steckenreiterklippe" - Urtext von 1875
Die Wandersage in der Region Osnabrück
Das erste Osnabrücker Steckenpferdreiten 1948
Steckenreiterfeste ab 1953
Zusammenfassung
Nachbereitung
Quellen
 

„Gab es in Osnabrück 1648 ein Steckenpferdreiten?“

So fragte auch die Historikerin Ilsetraut Lindemann (2.3) in  ihrem grundlegenden Aufsatz von 1991. Darin stellt sie fest, dass die Steckenpferd-Legende ohne Rücksicht auf tatsächliches Geschehen in Osnabrück literarisch, d.h. in dichterischer Freiheit, verarbeitet wurde.

 
Was aber war Tatsache und was Legende? Sehen wir nach den handelnden Hauptpersonen der Zeit und vergleichen ihre Aufenthaltsorte und Tagesabläufe nach den Quellen der Geschichte mit den Übermittlungen aus den Legenden. Suchen wir im Falle der Steckenpferdreiter-Legende nach den zentralen Figuren, die am Zustandekommen des Spektakels beteiligt waren, suchen wir nach Kaiser Ferdinand III., Piccolomini und den Steckenpferdreitern.

Die diesjährige Ausstellung im Dreikronenhaus versucht, nachdem der Verein bereits 1998 in seinem Kursheft I  (2.4) die Frage nach dem zukünftigen Weg der Osnabrücker Steckenpferdreiter stellte , weitere Belege für den historischen Hintergrund der Wandersage zu veröffentlichen.

Wir gehen daher zurück in das Jahr 1648 und forschen nach Quellen, die den Augenblick der Friedensverkündung am Ende des Dreißigjährigen Krieges dokumentieren sollen und suchen nach Hinweisen, die nach den oben benannten Personen oder auf ein zeitnahes Steckenpferdreiten in Osnabrück hindeuten könnten.

Neben gut ausgewerteten Vertragstexten von 1648 fällt ein Gemälde auf, das der Dresdner Prof. Leo Gey 1880 als monumentales Wandbild in der Aula des damaligen Realgymnasiums an der Lotter Straße unter dem Namen „Verkündung des Westfälischen Friedens von der Rathaustreppe in Osnabrück“ schuf. Leider ging dieses Dokument  unter den Einwirkungen des Zweiten Weltkrieges verloren. Türklinke des Osnabrücker RathausesEs existiert aber noch eine von Gerhard Sperling nach alten Skizzen nachgeschaffene Vorlage, die auch dem nebenstehenden Druck diente. Das Bild zeigt den Syndikus Dr. Böger, wie er dem herbeigeeilten Volke verkündete, dass der Friede wirklich geschlossen sei. Einen bildlichen Hinweis auf den deutschen Kaiser Ferdinand III. oder seinen Feldmarschall Piccolomini suchen wir darin vergebens. Und von vorbeitrabenden Steckenpferdreitern, die noch dazu eine Schaumünze in Händen halten, fehlt jedwede Spur. Weder in den einschlägigen Texten noch in bildlichen Darstellungen finden sich Belege für ein historisches Steckenpferdreiten von 1648 in Osnabrück.

Findet sich der Schlüssel für den geschichtlichen Kern des alljährlichen Spektakels vielleicht in den Sagentexten selbst?

 
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