» Sonderausstellung zur Geschichte des Osnabrücker Steckenpferdreitens
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Einführung
Gab es in Osnabrück 1648 ein Steckenpferdreiten?
Geschichtlicher Kern 
Beginn in Nürnberg 1650 
Die Steckenreiterklippe von 1650
Weitere Recherchen 

"Nürnberger Handschriften" von 1650

Literarische Belege von 1650
"Nürnberger Münz-Belustigungen" im Jahre 1764
Kein Brauchtum in Nürnberg
Die "wahre Erzählung" von Emmy von Dincklage
"Die Steckenreiterklippe" - Urtext von 1875
Die Wandersage in der Region Osnabrück
Das erste Osnabrücker Steckenpferdreiten 1948
Steckenreiterfeste ab 1953
Zusammenfassung
Nachbereitung
Quellen
 

Geschichtlicher Kern

Welcher geschichtliche Kern verbirgt sich hinter der Sage von den Osnabrücker Steckenpferdreitern, die alljährlich im Oktober zum Lobe des Friedens über die Rathaustreppe ziehen und süße Brezeln aus der Hand des Stadtoberhauptes erhalten? Liegen Belege für einen Steckenritt Osnabrücker Kinder am Ende des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) vor? Doch wenn geschichtliche Fakten nahelegen sollten, den Ursprung des faszinierenden Spektakels eher außerhalb unserer Stadt zu suchen, aus welcher Zeit und aus welchem Ort kamen dann all die vielen Steckenpferdreiter, die uns bis auf den heutigen Tag so farbenfreudig an das wohl schönste Randereignis des Westfälischen Friedens erinnern wollen?

 
„Weiß der Himmel, woher sie auf einmal kamen und wie es auf einmal so viele waren“, wundert sich auch Barbara Bartos-Höppner in ihrem „Friedensfest“ und hält sich aus allen Fragen nach der geschichtlichen Herkunft der Reiter heraus. Ihre Steckenpferdreiter treten auf dem Wege zur Osnabrücker Rathaustreppe geheimnisvoll und entschieden auf, so, als hätten sie einen besonderen Auftrag zu erfüllen. Und dabei wollen sie sich aber auch durch niemanden aufhalten lassen.

Innerlich bewegt traben auch unsere Viertklässler von heute an. Durch Elternhaus und Schule vorbereitet, spüren sie, dass ihr ‚Ritt‘ generell dem Frieden gilt und zugleich an die Verkündung des Westfälischen Friedens vom 25.10.1648 in Osnabrück erinnern soll. Das Hintergrundwissen haben sie in der Regel aus dem von Dr. Heinrich Koch bearbeitetem Schulbuch „Osnabrück einst und jetzt“. Es liegt in der Erstfassung von 1976 vor und zählt zu den weit verbreiteten Sach- und Arbeitsbüchern an unseren städtischen Grundschulen.

„Die Steckenpferdreiter von Osnabrück“ prägen dann auch das Bild, das die Osnabrücker Kinder in den letzten 20 Jahren von den sagenhaften Ereignissen verinnerlicht haben. Ab Seite 73 ist dort zu lesen, dass „dieser schöne Brauch... ein besonderes Vorrecht der Osnabrücker Jungen“ sei und dass Herzog Piccolomini den Frieden herbeigeführt habe.

Weiter heißt es: „Ganz Osnabrück war auf den Beinen, um den hohen Gast zu sehen. Nur die Osnabrücker Jungen durften nicht dabei sein.“ Trotzig hätten sie ihrem Wunsch nach Teilnahme Nachdruck verliehen und mit einer Überraschung aufgewartet. 1476 ‚Reiter‘ auf Steckenpferden seien herbeigaloppiert und hätten sich so gebärdet, als wären sie „von der wildesten Sorte“. Der Herzog habe gelacht. Bald darauf sei der „Westfälische Friede“ von der Treppe des Osnabrücker Rathauses verkündet worden.

Der deutsche Kaiser in Wien „soll sogleich befohlen haben, für die Steckenpferdreiter besondere Pfennige zu schlagen. Diese Pfennigstücke waren viereckig und zeigten auf der einen Seite einen Jungen, der auf einem Steckenpferd reitet.“

 
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