» Sonderausstellung zur Geschichte des Osnabrücker Steckenpferdreitens
» Beginn in Nürnberg 1650
  Osnabrücker Schulmuseum e.V. 
     
Navigation
zurück zur Übersicht
Einführung
Gab es in Osnabrück 1648 ein Steckenpferdreiten?
Geschichtlicher Kern 
Beginn in Nürnberg 1650 
Die Steckenreiterklippe von 1650
Weitere Recherchen 

"Nürnberger Handschriften" von 1650

Literarische Belege von 1650
"Nürnberger Münz-Belustigungen" im Jahre 1764
Kein Brauchtum in Nürnberg
Die "wahre Erzählung" von Emmy von Dincklage
"Die Steckenreiterklippe" - Urtext von 1875
Die Wandersage in der Region Osnabrück
Das erste Osnabrücker Steckenpferdreiten 1948
Steckenreiterfeste ab 1953
Zusammenfassung
Nachbereitung
Quellen
 

Beginn in Nürnberg 1650

"Ferdinand III. (* 13. Juli 1608 in Graz; † 2. April 1657 in Wien), geboren als Ferdinand Ernst, Erzherzog von Österreich aus dem Hause Habsburg, war von 1637 bis zu seinem Tode 1657 römisch-deutscher Kaiser, zudem bereits seit 1626 bzw. 1627 König von Ungarn und Böhmen.

Kindheit und Jugend

 
Ferdinand III. war der Sohn Ferdinands II. und Maria Annas von Bayern. Am Hof seines Vaters erhielt er durch Jesuiten seine religiöse und wissenschaftliche Ausbildung. Viel Einfluss auf die Erziehung übte auch der Johanniter Johann Jakob von Dhaun auf den Erzherzog aus.
Am 8. Dezember 1626 wurde er zum König von Ungarn, am 21. November 1627 zum König von Böhmen gekrönt. Nachdem er sich vergeblich um den Oberbefehl des kaiserlichen Heeres und die Teilnahme an Feldzügen bei Wallenstein bewarb, schloss er sich den Gegnern Wallensteins an und wirkte an dessen erneuter Absetzung mit. [...] Nach dem Tod Wallensteins wurde er am 2. Mai 1634 Oberbefehlshaber unter dem Beirat der Generale Gallas und Piccolomini, eroberte Donauwörth und Regensburg, siegte im September 1634 in der Schlacht bei Nördlingen und vertrieb die Schweden aus Süddeutschland. Durch seine Siege gewann er auch an politischem Einfluss. In späterer Folge wurde die Kriegsführung von seinem Bruder Erzherzog Leopold Wilhelm geleitet. [...]

Am 30. Dezember 1636 wurde er römisch-deutscher König, am 15. Februar 1637, nach dem Tod seines Vaters, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Seitdem arbeitete er ununterbrochen auf Friedensverhandlungen hin, die 1644 eröffnet wurden, aber erst 1648 zum Abschluss kamen. Die entschiedene Weigerung Ferdinands, die Religionsfreiheit in seinen Erblanden zuzulassen und die geflohenen Rebellen wieder aufzunehmen, trug wesentlich zur Verzögerung des Friedens bei.

"Die verfassungsmäßige Stellung des Kaisers im Reich nach dem Westfälischen Frieden ließ trotz aller Einbußen die Möglichkeit einer aktiven kaiserlichen Reichspolitik im Zusammenwirken mit einem Teil der Stände bestehen, und in der Habsburgermonarchie blieben die Voraussetzungen für die Entwicklung eines einheitlichen absolutistischen Gesamtstaates erhalten. Insofern kann man - trotz des Verfehlens so mancher ursprünglichen Verhandlungsziele - von einem Erfolg der kaiserlichen Politik bei den Westfälischen Friedensverhandlungen sprechen." [...]

Ferdinand bewirkte auf dem Reichstag zu Regensburg 1653 die römische Königswahl seines Sohns Ferdinand IV., welcher indes bereits 1654 und damit vor dem Vater starb. Auf diesem Reichstag schloss er auch ein Bündnis mit den Polen gegen Schweden ab. Ferdinand starb am 2. April 1657 und wurde in der Wiener Kapuzinergruft beigesetzt.

Wahlspruch: Pietate et iustitia = Mit Frömmigkeit und Gerechtigkeit"

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_III._%28HRR%29 mit Stand vom 26.07.2008)

Fürst Octavio Piccolomini

Fürst Octavio Piccolomini, Herzog von Amalfi (* 11. November 1599 in Florenz; † 10. August 1656 in Wien) war im Dreißigjährigen Krieg ein General Wallensteins und der Kommandeur seiner Leibgarde sowie Malteser-Ritter. 1650 erhob ihn der Kaiser in den Reichsfürstenstand. [...]

 

Das italienische Adelsgeschlecht Piccolomini stammte aus Rom und ließ sich später in Siena nieder. Octavio Piccolomini entstammte dem toskanischen Familienzweig der Piccolomini-Pieri, die von Papst Pius II. (Enea Silvio Piccolomini) um 1450 mit der Adoption der Kinder seiner Nichte Antonia Pieri begründet worden war und 1757 erlosch. Seine Vater Silvio Piccolomini (1543–1610) war Oberstkämmerer und Großfeldzeugmeister des Großherzogs von Toskana. Seine Mutter Violante Gerini entstammte einem Florentiner Patriziergeschlecht. Deren weitere Söhne waren der in kaiserlichem Kriegsdienst stehende Enea Piccolomini (1586–1619) und Ascanio Piccolomini (1597–1671), seit 1628 Erzbischof von Siena. 1636 oder 1637 heiratete Octavio N. N. de Ligne-Barbançon, die um 1640 verstarb. In zweiter Ehe vermählte er sich 1651 mit Maria Benigna Franziska von Sachsen-Lauenburg (1635–1701), Tochter des Herzogs Julius Heinrich von Sachsen-Lauenburg und der Anna Magdalena von Lobkowitz.

Militärische Laufbahn

Piccolomini trat 1616 in das kaiserlich-habsburgische Heer ein und kämpfte nach Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges in Böhmen. 1625 kämpfte er in den Niederlanden. Im Kürassierregiment des Grafen Pappenheim brachte er es zum Obristleutnant, bis er 1627 zum Kommandanten der Leibgarde Wallensteins ernannt wurde. Piccolomini nahm am Mantuanischen Erbfolgekrieg teil und kämpfte danach unter Wallenstein am 16. November 1632 in der Schlacht bei Lützen, in der er mehrmals verwundet wurde und sich besonders auszeichnete. In dieser Schlacht wurden drei seiner Pferde getötet, er selbst erlitt nur leichte Verletzungen.
In der Auseinandersetzung zwischen dem Kaiser und Wallenstein stand Piccolomini auf Seiten des Kaisers. Zusammen mit Gallas, Aldringen und Marradas war er aktiv am Sturz Wallensteins und dessen Ermordung beteiligt. Für seine Verdienste wurde ihm der Orden vom Goldenen Vlies verliehen. Zudem wurde er zum Feldmarschall ernannt und erhielt den Oberbefehl über das kaiserliche Heer. Zur Belohnung schenkte ihm der Kaiser 1634 die große Herrschaft Náchod in Ostböhmen, die vorher der Familie Trčka von Leipa gehörte und vom Kaiser konfisziert worden war.

Im September 1634 kommandierte Piccolomini gemeinsam mit Matthias Gallas und Ferdinand von Österreich die siegreichen habsburgischen Truppen in der Schlacht bei Nördlingen. Ab 1635 kämpfte er in Diensten der spanischen Habsburger gegen die Franzosen. Am 4. Juli gelang ihm in den Spanischen Niederlanden der Entsatz der Stadt Löwen, die von Franzosen und Holländern belagert worden war. 1639 siegte er bei Diedenhofen über ein französisches Heer, wofür er vom Kaiser das Herzogtum Amalfi zurück erhielt. 1640 kämpfte er gegen die Schweden unter Banér, er eroberte Höxter, entsetzte Freiberg und befehligte unter dem Erzherzog Leopold Wilhelm in Mähren und Schlesien gegen Torstensson.

Als Piccolomini im Mai 1641 gemeinsam mit den kurbayerischen Truppen unter Graf Joachim Christian von der Wahl die Schweden durch Anhalt hindurch verfolgte und das kleine Land sehr schonend behandelte, lud Fürst Ludwig I. von Anhalt-Köthen beide Heerführer nach Köthen ein und nahm Piccolomini wahrscheinlich noch im Sommer 1641 in die Fruchtbringende Gesellschaft auf. Er verlieh diesem den Gesellschaftsnamen der Zwingende und das Motto zu entwaffnen. Als Emblem wurde ihm die kleine Mondraute (Lunaria annua L.) zugedacht. Im Köthener Gesellschaftsbuch findet sich Piccolominis Eintrag unter der Nr. 356. Dort ist auch das Reimgesetz verzeichnet, mit welchem er sich für die Aufnahme bedankt:

Die Kleine Monraut' ist in wundersamen preis'
Jn dem sie manchem hengst die eisen rabgerißen:
Der Zwingend' ich daher und Zu entwafnen heis',
Hab' iederZeit den feind Zu zwingen mich beflißen
Und Zuentwafnen ihn: Jm werck' ich es erweis'
Er hat, gezwungen, mir bißher noch weichen müßen.
Doch nein, ich Zwing' ihn nicht: Gott ist es der den Zwingt,
Der mit der waffen macht auf meinen keyser dringt.

Nach mehreren habsburgischen Niederlagen, besonders nach der Niederlage am 2. November 1642 bei Leipzig, legte Piccolomini den Oberbefehl nieder. Ab 1644 kämpfte er wieder auf Seiten der Spanier gegen die aufständischen Niederländer. 1648, im letzten Kriegsjahr, wurde er für kurze Zeit wieder zum Oberbefehlshaber des kaiserlichen Heeres und zum Feldmarschall ernannt. 1649/1650 nahm er als kaiserlicher Hauptgesandter am Nürnberger Exekutionstag, welcher über die Demobilisierung der auf Reichsboden befindlichen Söldnerheere verhandelte. 1650 erhob ihn der Kaiser in den Reichsfürstenstand und übertrug ihm das Herzogtum Münsterberg in Schlesien.

Nach Kriegsende wählte Octavio Piccolomini Schloss Nachod zu seinem Stammsitz. Daneben hielt er sich in Wien und Prag auf. Ab 1650 ließ er das Nachoder Schloss durch Carlo Lurago barockisieren sowie um den Piccolominibau erweitern. Im Alter von 57 Jahren starb er am 11. August 1656 kinderlos in Wien. Sein Leichnam wurde in der Servitenkirche bestattet. Die Herrschaft Nachod sowie den Reichsfürstenstand erbte sein Großneffe Enea Silvio aus der Linie Piccolomini-Pieri, in der beides bis zu deren Erlöschen 1757 verblieb."

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Octavio_Piccolomini mit Stand vom 26.07.2008)

 
© 2008 Osnabrücker Schulmuseum e.V.