» Sonderausstellung zur Geschichte des Osnabrücker Steckenpferdreitens
» Die Steckenreiterklippe von 1650
  Osnabrücker Schulmuseum e.V. 
     
Navigation
zurück zur Übersicht
Einführung
Gab es in Osnabrück 1648 ein Steckenpferdreiten?
Geschichtlicher Kern 
Beginn in Nürnberg 1650 
Die Steckenreiterklippe von 1650
Weitere Recherchen 

"Nürnberger Handschriften" von 1650

Literarische Belege von 1650
"Nürnberger Münz-Belustigungen" im Jahre 1764
Kein Brauchtum in Nürnberg
Die "wahre Erzählung" von Emmy von Dincklage
"Die Steckenreiterklippe" - Urtext von 1875
Die Wandersage in der Region Osnabrück
Das erste Osnabrücker Steckenpferdreiten 1948
Steckenreiterfeste ab 1953
Zusammenfassung
Nachbereitung
Quellen
 

Die Steckenreiterklippe von 1650

 
Bei der beschriebenen Münze handelt es sich um den Nürnbergischen Steckenreiterpfennig von 1650, auch Steckenreuterklippe oder Schaupfennig genannt. Neben der Jahreszahl erklärt die silberne Münze durch ihre Umschrift Ort und Anlass der Prägung. Sie lautet:

„FRIEDEN – GEDACHT –NVS.IN – NVRNB:“.

Auf der Rückseite stehen unter dem Doppeladler folgende 5 Zeilen:

„VIVAT/FERDI:NAND/III.ROM./IMP./VIVAT“.

Der Text des besonderen Pfennigs erinnert an den Nürnberger Friedens-Exekutions-Haupt-Rezess von 1650, der die praktischen Folgen aus den Teilfriedensverträgen von Münster und Osnabrück regelte. Octavius Piccolomini de Aragona, Herzog von Amalfi (1599 –1656), unterzeichnete den Abschlussvertrag als Vertreter des Kaisers am 26. Juni 1650.

Piccolomini, wie der Herzog in historischen und literarischen Texten kurz genannt wird, übte das kaiserliche Verhandlungsmandat im Range eines Feldmarschalls 1649/50 in Nürnberg aus.

An dem Zustandekommen der Teilverträge von Osnabrück oder Münster war er zu keinem Zeitpunkt beteiligt. So überrascht nicht, dass unter den Gesandtenporträts des Osnabrücker Friedenssaales keines des Herzogs von Amalfi zu entdecken gibt.

 
Folgerichtig fehlt auch sein Bildnis unter den Darstellungen der bedeutenden 14 Unterhändler, die den Friedensschluss von 1648 maßgeblich beeinflussten und deren Portraits die Sonderbriefmarke der Deutschen Post vom 12.3.1998 zieren.

Eine Begegnung Piccolominis mit Osnabrücker Steckenpferdreitern im Jahre 1648 ist mit Sicherheit auszuschließen.

 
© 2008 Osnabrücker Schulmuseum e.V.