Die Steckenreiterklippe von 1650
Bei
der beschriebenen Münze handelt es sich um den Nürnbergischen
Steckenreiterpfennig von 1650, auch Steckenreuterklippe oder
Schaupfennig genannt. Neben der Jahreszahl erklärt die silberne
Münze durch ihre Umschrift Ort und Anlass der Prägung. Sie
lautet:
„FRIEDEN – GEDACHT –NVS.IN – NVRNB:“.
Auf der Rückseite stehen unter dem Doppeladler folgende 5
Zeilen:
„VIVAT/FERDI:NAND/III.ROM./IMP./VIVAT“.
Der Text des besonderen Pfennigs erinnert an den Nürnberger
Friedens-Exekutions-Haupt-Rezess von 1650, der die praktischen
Folgen aus den Teilfriedensverträgen von Münster und Osnabrück
regelte. Octavius Piccolomini de Aragona, Herzog von Amalfi
(1599 –1656), unterzeichnete den Abschlussvertrag als Vertreter
des Kaisers am 26. Juni 1650.
Piccolomini, wie der Herzog in historischen und literarischen
Texten kurz genannt wird, übte das kaiserliche
Verhandlungsmandat im Range eines Feldmarschalls 1649/50 in
Nürnberg aus.
An dem Zustandekommen der Teilverträge von Osnabrück oder
Münster war er zu keinem Zeitpunkt beteiligt. So überrascht
nicht, dass unter den Gesandtenporträts des Osnabrücker
Friedenssaales keines des Herzogs von Amalfi zu entdecken gibt.
Folgerichtig
fehlt auch sein Bildnis unter den Darstellungen der bedeutenden
14 Unterhändler, die den Friedensschluss von 1648 maßgeblich
beeinflussten und deren Portraits die Sonderbriefmarke der
Deutschen Post vom 12.3.1998 zieren.
Eine Begegnung Piccolominis mit Osnabrücker
Steckenpferdreitern im Jahre 1648 ist mit Sicherheit
auszuschließen.
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