» Sonderausstellung zur Geschichte des Osnabrücker Steckenpferdreitens
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Einführung
Gab es in Osnabrück 1648 ein Steckenpferdreiten?
Geschichtlicher Kern 
Beginn in Nürnberg 1650 
Die Steckenreiterklippe von 1650
Weitere Recherchen 

"Nürnberger Handschriften" von 1650

Literarische Belege von 1650
"Nürnberger Münz-Belustigungen" im Jahre 1764
Kein Brauchtum in Nürnberg
Die "wahre Erzählung" von Emmy von Dincklage
"Die Steckenreiterklippe" - Urtext von 1875
Die Wandersage in der Region Osnabrück
Das erste Osnabrücker Steckenpferdreiten 1948
Steckenreiterfeste ab 1953
Zusammenfassung
Nachbereitung
Quellen
 

Weitere Recherchen

Historisch belegt dagegen ist, dass Piccolomini auf Anordnung des Kaisers nach Abschluss der Friedensexekutionsverhandlungen von 1650 eine große Zahl von Gedächtnispfennigen prägen und an das Volk verteilen ließ.

„In Erfurt, Nördlingen, Nürnberg, Regensburg, Sachsen-Gotha, Sachsen-Weimar und Württemberg wurden die

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Mit dem Steckenreiterpfennig von 1650 rückt erstmals das Bild eines Kindes im Zusammenhang mit einem historischen Ereignis von europäischer Tragweite in den Vordergrund. Unter den vielen Huldigungsprägungen am Ende des Dreißigjährigen Krieges findet sich kein vergleichbares Motiv.

Wird das Kinderspielzeug zuerst von Johann Ayrer (+ 1605 in Nürnberg) erwähnt, taucht der Name „Steckenpferdreiter“ erstmals Ende des 16. Jahrhunderts in Nürnberger Spieltexten auf. Als „bunte Nürnberger“ sind sie bekannt, und ihr Erscheinungsbild erreichte schließlich als ausgesprochenes Charakteristikum der Jugendzeit symbolhafte Bedeutung.

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Gedächtnismünzen sogar an die Schuljugend verteilt, um die Friedensfreude in die nächste Generation weiter zu vermitteln.“

Bedurfte der Steckenpferdreiter da überhaupt noch des konkreten ‚Rittes‘, um auf die Silbermünze zu gelangen? Die Frage hat ihre Berechtigung. Schon 1612 existierte eine Klippe mit dem Bild eines Steckenpferdreiters, deren Prägung nach erklärter Auffassung des Chronisten G. A. Will (6.1) aber nicht im Zusammenhang mit irgendeiner besonderen Begebenheit stand.

Weitere Recherchen im Staatsarchiv Nürnberg führten endlich zur erhofften Klärung. Von den eingesehenen historischen Texten boten die ereignisnah dokumentierten „Nürnberger Handschriften“ für das Jahr 1650 den entscheidenden Beleg. Kinder und junge Knaben fühlten sich dieser Quelle zufolge bewogen, mit Steckenpferden vor den Fürsten zu reiten und um ein Friedensgedächtnis zu bitten. Und am folgenden Sonntag habe man Friedenspfennige ausgegeben, die auf einer Seite einen Knaben mit einem Steckenpferd zeigten.

Dr. Peter Fleischmann, Leiter des Staatsarchivs Nürnberg, wertete den entsprechenden Eintrag als verbindliche Quelle. Der geschichtliche Kern der Sage von den Osnabrücker Steckenpferdreitern ist damit bestätigt. Fest steht auch, dass Piccolomini in Nürnberg silberne Steckenreiterklippen unter den Kindern zu ‚ewigem Andenken‘ austeilen ließ, den eigenen Ruhm und den seines Kaisers durchaus einkalkulierend.

 
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