» Sonderausstellung zur Geschichte des Osnabrücker Steckenpferdreitens
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Einführung
Gab es in Osnabrück 1648 ein Steckenpferdreiten?
Geschichtlicher Kern 
Beginn in Nürnberg 1650 
Die Steckenreiterklippe von 1650
Weitere Recherchen 

"Nürnberger Handschriften" von 1650

Literarische Belege von 1650
"Nürnberger Münz-Belustigungen" im Jahre 1764
Kein Brauchtum in Nürnberg
Die "wahre Erzählung" von Emmy von Dincklage
"Die Steckenreiterklippe" - Urtext von 1875
Die Wandersage in der Region Osnabrück
Das erste Osnabrücker Steckenpferdreiten 1948
Steckenreiterfeste ab 1953
Zusammenfassung
Nachbereitung
Quellen
 

Literarische Belege von 1650

Der Barockdichter Johann Klai (1616-1656) (8.2), Mitbegründer des Nürnberger Dichterkreises, stellte die allegorische Bedeutung der Kindheit als Friedensalter heraus und verklärte die Austeilung der Friedensmünzen in Versen:

„Damit die Kinder auch des Friedens möchten denken,hat man die friedlich sind, beschenkt mit Geldgeschenken, das unvergessen bleibt;“...

Auch dem historischen ‚Steckenritt‘ von 1650 verlieh er poetischen Glanz:

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„Die Pferde die geputzt, ganz ungefu(e)sset stehen, die Reiter reiten fort und doch zu Fusse gehen; nun wie der Reiter ist, so ist des Reiters Pferd, denn solcher Reitersmann ist solches Pferdes werth. Der Reiter ist ein Kind, das Pferd ein langer Stecken; das soll ein Rappe seyn, diß hier und jens sein Schecken,...“.

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Zur Geschichte vom Nürnbergischen Steckenreiter fügte G. A. Will in seinen „Münz-Belustigungen“ von 1764 noch eine historische Erklärung an, die es wert ist, kurz dargestellt zu werden.

Im Jahre 1487 soll Kaiser Friedrich III. während eines längeren Aufenthaltes in Nürnberg „Nachricht von der Menge der Jugend in dieser Stadt gekriegt“ und den Knaben befohlen haben, „geziert und geputzt“ unter dem Schlosse sich zu versammeln, wo er sie „am bequemsten sehen konnte.“ Einem „jeden Kinde ließ er einen Lebkuchen, auf dem des Kaisers Bildniß gedruckt war“ austeilen, „deren Art von dieser Zeit an Kaiser hießen“.

Weiter heißt es:

„Auch beschloß der Kaiser zwar, einen silbernen Denkpfenning pra(e)gen, und den Kindern bey einer andermaligen Versammlung zur ewigen Erinnerung dieser Begebenheit austheilen zu lassen: er ist aber, weis nicht warum, an diesem Vorsatze gehindert worden. Was nun vom Friedrich dem III. nicht erfu(e)llet wurde, geschahe unter Ferdinand dem III., und der Fürst Piccolomini machte sich ein Vergnügen daraus, die Nürnbergischen Kinder zur Ehre des Kaisers, zum Gedächtniß des wichtigsten Friedens und zum Angedenken einer so seltnen lustigen Begebenheit mit einer Münze zu beschenken.“

 
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