Literarische Belege von 1650
Der Barockdichter Johann Klai (1616-1656) (8.2), Mitbegründer
des Nürnberger Dichterkreises, stellte die allegorische
Bedeutung der Kindheit als Friedensalter heraus und verklärte
die Austeilung der Friedensmünzen in Versen:
„Damit die Kinder auch des Friedens möchten denken,hat man
die friedlich sind, beschenkt mit Geldgeschenken, das
unvergessen bleibt;“...
Auch dem historischen ‚Steckenritt‘ von 1650 verlieh er
poetischen Glanz:
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„Die Pferde die geputzt, ganz ungefu(e)sset
stehen, die Reiter reiten fort und doch zu Fusse gehen; nun wie
der Reiter ist, so ist des Reiters Pferd, denn solcher
Reitersmann ist solches Pferdes werth. Der Reiter ist ein Kind,
das Pferd ein langer Stecken; das soll ein Rappe seyn, diß hier
und jens sein Schecken,...“.
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Zur
Geschichte vom Nürnbergischen Steckenreiter fügte G. A. Will in
seinen „Münz-Belustigungen“ von 1764 noch eine historische
Erklärung an, die es wert ist, kurz dargestellt zu werden.
Im Jahre 1487 soll Kaiser Friedrich III. während eines
längeren Aufenthaltes in Nürnberg „Nachricht von der Menge der
Jugend in dieser Stadt gekriegt“ und den Knaben befohlen haben,
„geziert und geputzt“ unter dem Schlosse sich zu versammeln, wo
er sie „am bequemsten sehen konnte.“ Einem „jeden Kinde ließ er
einen Lebkuchen, auf dem des Kaisers Bildniß gedruckt war“
austeilen, „deren Art von dieser Zeit an Kaiser hießen“.
Weiter heißt es:
„Auch beschloß der Kaiser zwar, einen silbernen Denkpfenning
pra(e)gen, und den Kindern bey einer andermaligen Versammlung
zur ewigen Erinnerung dieser Begebenheit austheilen zu lassen:
er ist aber, weis nicht warum, an diesem Vorsatze gehindert
worden. Was nun vom Friedrich dem III. nicht erfu(e)llet wurde,
geschahe unter Ferdinand dem III., und der Fürst Piccolomini
machte sich ein Vergnügen daraus, die Nürnbergischen Kinder zur
Ehre des Kaisers, zum Gedächtniß des wichtigsten Friedens und
zum Angedenken einer so seltnen lustigen Begebenheit mit einer
Münze zu beschenken.“
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